Tag der Arbeit 2005

Das Motto zum 1. Mai 2005 lautet: "Du bist mehr. Mehr als eine Nummer. Mehr als ein Kostenfaktor. Du hast Würde. Zeig sie!". Die zentrale Kundgebung findet in Mannheim statt.

 

In Zeiten, wo der Abbau von Arbeitnehmerrechten mit dem Shareholder-Value begründet wird, wollen wir den Menschen in den Mittelpunkt aller wirtschaftspolitischen Überlegungen stellen. Es sind die ArbeitnehmerInnen, die den Wohlstand eines Landes begründen. Sie sind es, die sich oft genug ihrem Unternehmen verschreiben - statt derjenigen, die auf immer höhere Aktienkurse spekulieren, ohne dabei Werte zu schaffen. Auf sie kommt es an. Auf ihre Fähigkeiten, ihre Motivation, ihre Gesundheit.

 

Es ist daher unabdingbar, die Menschen bei den notwendigen Gestaltungsprozessen mitzunehmen. Sie dürfen nicht nur Kostenfaktor sein in einer auf maximale Renditen orientierten Wirtschaft. Sie dürfen nicht Spielball von Reformen sein, die lediglich Standards kürzen, statt dem Gemeinwohl zu dienen. Deshalb sagen wir: Du bist mehr. Mehr als eine Nummer. Mehr als ein Kostenfaktor. Du hast Würde. Zeig sie!

 

 

Der Aufruf:

"Du bist mehr. Mehr als eine Nummer.

Mehr als ein Kostenfaktor.

Du hast Würde. Zeig sie!"

 

"Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." Dieser Satz ist das Fundament des Grundgesetzes, Artikel 1. Tatsache ist:

 

  • Über 6 Millionen Menschen sind arbeitslos. Und noch mehr Menschen haben Existenzängste. Dabei gehört es zur Menschenwürde, mit eigener Arbeit den Lebensunterhalt verdienen und frei von Existenzängsten leben zu können.

  • Viele Frauen und Männer arbeiten in unserem Land unter entwürdigenden Arbeitsbedingungen und bei schlechter Entlohnung. Es gehört zur Würde des Menschen, dass Arbeit existenz-sichernd ist, Qualifikation und Selbstverwirklichung fördert.

  • Teile der Wirtschaft sehen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als bloße Kostenfaktoren. Selbst viele Menschen, die Arbeit haben, fürchten um ihren Arbeitsplatz und sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Der kurzfristige ökonomische Erfolg ist den maßgeblichen Entscheidern wichtiger geworden als die nachhaltige Sicherung des gesellschaftlichen Wohlstands.

 

Nichts kommt von allein. Wenn Menschen sich engagieren und sich einmischen, wird es besser. Darum gibt es Gewerkschaften. Menschenwürde, Sozialpflichtigkeit des Eigentums, Tarifautonomie und Mitbe-stimmung auf gleicher Augenhöhe sind die Basis einer freien Gesellschaft.

Für die Menschenwürde eintreten bedeutet heute:

 

  • Die Politik hat Vorrang vor Wirtschaftsinteressen.

  • Der Mensch ist wichtiger als die Kapitalrendite.

  • Erwerbslose brauchen faire Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

  • Alle haben das Recht, gesund alt zu werden, ohne im Alter arm zu sein.

  • Die sozialen Sicherungssysteme sind Grundvoraussetzung für ein Leben in Würde und sozialen Frieden.

 

Menschenwürde schließt sichere Arbeits- und Lebensbedingungen ein. Menschenwürde verlangt den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und das Zusammenleben in einer solidarischen Gesellschaft. Konflikte dürfen nicht mit Gewalt oder Ausgrenzung gelöst werden. Millionen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter treten dafür ein.

Menschenrechte, Toleranz, Freiheit und entfaltete Demokratie, praktizierte Solidarität sowie die Beseiti-gung von Fremdbestimmung und Ungleichheit sind die Werte einer internationalen Gewerkschafts-bewegung. Dafür lassen wir uns beim Wort nehmen, dafür suchen wir noch mehr Mitstreiter und Unterstützung.

Darum sagen wir Gewerkschaften an diesem 1. Mai und an jedem anderen Tag:

"Du bist keine Nummer.

Du bist kein Kostenfaktor.

Du hast Würde. Zeig sie!"

 

Anschlag

Dresden Nazifrei

Im Februar 2012 wollen in Dresden alte und neue Nazis zu einem "nationalen...

 
 


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