Dieser Workshop im Rahmen des Infotages rund um Ausbildung und Mitbestimmung konzentriert sich auf die Frage, wie finden jugendliche Ausländer verstärkt wieder Chancen auf dem Ausbildungsmarkt bzw. warum sich ihre Chancen in den letzten Jahren rapide verschlechtert haben.
Der Workshop setzte sich zusammen aus Auszubildenden, Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen und einer Lehrer/in von der Schule Zentrum und Beruf und einem wissenschaftlichen Mitarbeiter, der den Workshop leitete.
Nach dem die statistischen Daten zur Veränderungen auf dem Ausbildungsmarkt für ausländische Jugendliche als Einleitung erläutert wurden, begann die Diskussion zu diesem brisanten Thema.
Zunächst wurden eigene Gedanken zu dem Thema gesammelt und nach den Schwerpunkten Wege zum Abbau von Vorurteilen und Verbesserung der Lehrstellenangebote unterteilt.
Viele Einflüsse in der Gesellschaft verstärken Vorurteile gegenüber den ausländischen Mitbürgern, davon sind auch ausländische Jugendliche betroffen. Es bedarf deshalb Wege Vorurteile abzubauen, in dem mehr Aufklärung über unterschiedliche Kulturen, Rituale und Mentalitäten erfolgt. Dies sollte von schulischen Ausbildung bis hin zu Weiterbildungsmaßnahmen gehen. Die im Ausbildungsprozess beteiligten Personen ( Meister, Ausbilder, Lehrkräfte usw. ) sind in diesem Prozess einzubinden. Dieser interkultureller Weg könnte die Einstellung von Ausbildungsbetrieben gegenüber ausländischen Mitbürgern verändern, so dass die Bereitschaft vermehrt Auszubildende mit Migrationshintergrund einen Ausbildungsplatz anzubieten, verbessert wird.
Ein weiterer Schritt ist der Ausbau von Ausbildungsplätzen in der Wirtschaft.
Die Ausbildung von Jugendlichen und Heranwachsenden bedeutet für die Zukunft gut ausgebildete Arbeitskräfte zu haben. Der Nutzen dieser Bildungsinvestition für die Gesellschaft ist eine wichtiger Faktor zur Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland und gibt den Jugendlichen und Heranwachsenden Perspektiven für ihre Lebensplanung.
Die vielen Ideen und Anregungen der Teilnehmer/innen haben insgesamt diesen Workshop sehr belebt und dazu beigetragen, das gemeinsam Ergebnisse erarbeitet wurden.
Die Erfahrungen der Teilnehmer/innen bei der Ausbildungsplatzsuche sowohl positiv als auch negativ flossen in diese Thematik hinein, was ebenfalls zu
einer regen Diskussion beitrug.
Für den nächsten Workshop wäre zu überlegen, ob nicht ausländische Jugendliche und Jugendliche ohne Migrationshintergrund gemeinsam über ihre Erfahrungen bei der Lehrstellensuche diskutieren. Es sollte dadurch eine gemeinsame Grundlage gebildet werden, die zu einem Dialog zwischen den Jugendlichen bezogen auf ihre Erfahrungen führt und aufzeigt, welche gesellschaftlichen Barrieren bei der Lehrstellensuche bestehen und wie sie zu überwinden sind.
Situation auf dem Ausbildungsmarkt für ausländische Jugendliche in der Bundesrepublik Deutschland.
| Jahr | Auszubildende gesamt | davon ausländische Auszubildende | Anteil in Prozent |
| 1995 | 1.579.339 | 121.312 | 7,7 % |
| 2003 | 1.581.629 | 79.205 | 5,0% |
| Veränderung | + 2.290 | - 42.107 | |
| In % | +0,1 % | - 34,7 % |
Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) ; Statistisches Bundesamt Wiesbaden, Fachserie 11, Reihe 3 berufliche Bildung, eigene Berechnungen
Situation auf dem Ausbildungsmarkt für ausländische Jugendliche im Bundesland Bremen![]()
| Jahr | Auszubildende gesamt | davon ausländische Auszubildende | Anteil in Prozent |
| 1995 | 15.224 | 1.257 | 8,3 % |
| 2003 | 14.838 | 878 | 5,9 % |
| Veränderung | - 386 | - 379 | |
| In % | - 2,5 % | - 30,2 % |
Quelle: Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe 2005 , Statistisches Landesamt Bremen, Berufsbildungsstatistik, eigene Berechnungen
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Die berufliche Perspektiven haben sich für ausländische Jugendliche in den letzten Jahren stark vermindert: |
Gründe:
Schulabschluss von ausländischen Jugendlichen 1999
Realschule | 29,00 % |
| Abitur | 11,00 % |
| Hauptschule | 35,00 % |
| Gesamt | 81,00 % |
Nur 39,00% der ausländischen Jugendlichen mit Schulabschluss erhalten einen Ausbildungsplatz, obwohl sich die schulische Qualifizierung verbessert hat.
Quelle: Qualifizierungspotenziale in Deutschland nutzen: Jugendliche mit Migrantionshintergrund und berufliche Ausbildung, Fachtagung Darmstadt 2005, Seite 4
Schulabschlüsse von Auszubildende, die 2001 eine duale Ausbildung in handwerklich orientierten Berufen begonnen haben ( Ergebnisse einer Studie )![]()
| Schulabschlüsse in % | Auszubildende Gesamt N = 660 | Auszubildende mit Migrationshintergrund N = 146 |
| ohne Schulabschluss | 3,79 % | 5,48 % |
| Hauptschulabschluss | 23,64 % | 27,40% |
| erweiterter Hauptschulabschluss | 30,15 % | 26,71 % |
| Realschulabschluss | 28,64 % | 26,03 % |
| erweiterter Realschulabschluss | 7,27 % | 6,85 % |
| Abitur | 2,58 % | 4,11 % |
| Fachabitur | 3,48 % | 2,74 % |
| sonstige Schulabschlüsse | 0,45 % | 0,68 % |
| Gesamt in % | 100,00 % | 100,00 % |
97,3 % der befragten Auszubildenden hatten einen Schulabschluss, davon knapp 90,0% einen Abschluss der Hauptschule, der erweiterten Hauptschule, der Realschule und der erweiterten Realschule. Bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund hatten 94,5 % einen Schulabschluss, davon 87,0% einen der vier am meisten genannten Schulabschlüsse.
Quelle: Befragung von jugendlichen Auszubildenden im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie an fünf Bremer Berufsschulen von 2001, Akademie für Arbeit und Politik an der Universität Bremen, Projekt: Bleib dran
Noten in den Fächern Deutsch und Mathematik von Auszubildenden, die an der Befragung von 2001 – 2004 teilnahmen.
Durchschnittsnoten im Fach Deutsch![]()
| zeitliche Verläufe | Auszubildende gesamt | Auszubildende ohne Migrationshintergrund | Auszubildende mit Migrationshintergrund |
| Probezeit | 3,06 | 3,06 | 3,07 |
| Zwischenprüfung | 2,93 | 2,85 | 2,74 |
| Abschlussprüfung | 2,77 | 2,74 | 2,96 |
Durchschnittsnoten im Fach Mathematik
| zeitliche Verläufe | Auszubildende gesamt | Auszubildende ohne Migrationshintergrund | Auszubildende mit Migrationshintergrund |
| Probezeit | 2,93 | 2,96 | 2,83 |
| Zwischenprüfung | 2,93 | 2,90 | 3,10 |
| Abschlussprüfung | 2,80 | 2,84 | 2,54 |
Hinweis: Die Noten in den Fächern Deutsch und Mathematik zur Probezeit beziehen sich auf das letzte Schulzeugnis, die Noten während der Zwischenprüfung und Abschlussprüfung auf die Zeugnisnote der Berufsschule.
Quelle: Befragung von jugendlichen Auszubildenden im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie an fünf Bremer Berufsschulen von 2001 bis 2004 , Akademie für Arbeit und Politik an der Universität Bremen, Projekt: Bleib dran
Vorurteile bestehen wegen:
Vorurteile gegenüber jugendlichen Ausländern
Die schulische Qualifizierung hat sich bei den jugendlichen Migranten in den letzten Jahren verbessert. Das Qualifikationsniveau ist nahezu identisch mit den deutschen Schülern, so dass die Qualifikation keinen Ablehnungsgrund darstellen kann. |
Wege zum Abbau von Vorurteilen
Vorurteile beruhen oft auf mangelnde Kenntnisse, gesellschaftliche Einflüsse und sozialen Spannungen, die durch sachliche Informationen und Kommunikation überwunden werden sollten. Durch gegenseitiges Kennen lernen der kulturellen Vielfältigkeiten lassen sich Vorurteile reduzieren, so dass eine bessere Zusammenarbeit möglich wird. |