DGB Jugend Niedersachsen und Bremen - 21.05.2012
URL: http://www.gewerkschaftsjugend-niedersachsen.de/Das-haben-wir-nicht-ve.156.0.html

Das haben wir nicht verdient!

Gemeinsam gegen Arbeitsplatzvernichtung in Bremen und BremerhavenDer DGB ruft zu einer gemeinsamen Demonstration am 01.03.2006 auf!

 

Sechstausend Arbeitsplätze sind im letzten Jahr im Land Bremen abgebaut worden. Und weiterer Abbau steht bevor: 2700 bei Daimler-Chrysler, fast zweitausend bei den Bremer Krankenhäusern, über zweihundert bei Kraft Foods

 

Unilever verlagert Arbeitsplätze von Bremerhaven nach Tschechien, im Handel, auf dem Bau, im Handwerk, bei Banken und im Dienstleistungsbereich und im Öffentlichen Dienst - überall werden Arbeitsplätze abgebaut oder reguläre Arbeitsplätze durch nicht sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse ersetzt. Allein im Öffentlichen Dienst wurden in den letzten zehn Jahren 5700 Stellen abgebaut, 20% aller Arbeitsplätze. Arbeitsplatzabbau betrifft nicht nur die Kolleginnen und Kollegen, die direkt betroffen sind. Die Angst um den Arbeitsplatz ist ein Druckmittel, um längere Arbeitszeiten und Lohnkürzungen durchzusetzen.

 

So sollen bei der Unternehmensgruppe Schmidt & Koch die Urlaubstage von 30 auf 24 gekürzt werden "Betriebliche Sonderzahlungen" wie Weihnachtsgeld, sowie das zusätzliche Urlaubsgeld nur noch freiwillig und ertragsabhängig ausgezahlt werden die wöchentliche Arbeitszeit unentgeltlich von 36 auf bis zu 44 Stunden erhöht werden Vorstandschef Dierks in der Bild Bremen am 11.01.06: "Ich habe hier noch keine Beschwerden von Angestellten bekommen. Wem das alles nicht paßt, der kann ja kündigen."

 

  • Der DGB ruft zu einer gemeinsamen Demonstration auf!
    Am 01.03.2006
    Für weitere Planungen findet am 15.02.06 eine gemeinsame BR-PR Konferenz im Gewerkschaftshaus statt

 

Als Flyer (154 KB)

 

 

Die DGBjugend aktiv dabei!

Natürlich hat sich die DGB-Jugend nicht lumpen lassen und hat sich auch an der Demo aktiv beteiligt. Wir warteten mit einer Aktion am Kundgebungsort. Wir wollten mit unseren abgesperrten Tatorten und unseren Arbeitsplatzleichen auf die Vernichtung unsere Arbeitsplätze aufmerksam machen. Zu jedem Tatort gab es einen Steckbrief. Gesucht wurden Firmen wie z.B. Kraft, Stahlwerke Bremen und die Telekom, die die Arbeitsplatzvernichtung aktiv vorantreiben, obwohl sie Milliarden Gewinne machen. Heutzutage scheint nur noch eine noch höhere Gewinnmange zu zählen, egal wie viele Mitarbeiter damit in den Ruin getrieben werden.

 

Trotz des kalten Schneewetters waren über 1.000 Demonstrierende mit dabei und hörten sich die Reden der Kollegen und Kolleginnen aus den Betrieben an.

 

Fotograf: DGBjugend

Datum: 01.03.2006

 
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DGB Bremen mobilisiert gegen Arbeitsplatzvernichtung und für soziale Verantwortung

Zu einer Demonstration gegen den Arbeitsplatzabbau in Bremen ruft der DGB Bremen für Mittwoch, den 1. März auf

 

 

  • Die Demonstration findet statt am 01.03.2006
    15:30 Uhr Bahnhofsvorplatz
    und
    16:00 Uhr Kundgebung Marktplatz

 

Sechstausend Arbeitplätze seien im letzten Jahr im Land Bremen verloren gegangen, sagte die Bremer DGB Vorsitzende Helga Ziegert. Die neu ent-standenen Arbeitsplätze mit einem hohen Anteil an 400-Euro-Jobs, könnten diesen Verlust bei weitem nicht auffangen.

 

Helga Ziegert: "Der Versuch, mit Wirtschaftsförderung aus Steuermitteln zur Schaffung von Arbeitsplätzen beizutragen, wird durch Arbeitsplatzvernichtung bei den Unternehmen im großen Stil konterkariert!"

 

Die Verantwortlichen hierfür säßen vor allem in den Zentralen der großen Konzerne, wie Kraft, DaimlerChrysler, InBev, Telecom, A+R Karton oder Danapak, die trotz hoher Gewinne ihre Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit schickten oder durch Ausgliederung dazu zwingen würden, schlechtere Bezahlung und Arbeitsbedingungen zu akzeptieren.

 

"Sie kennen keine Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die durch ihre Arbeit die hohen Gewinne erst ermöglichen." Auch eine Verantwortung gegenüber Land und Stadt, das ihnen Infrastruktur, Straßen und Schulen zur Verfügung stellt und oft auch noch Subventionen aus Steuergeldern, sei nicht zu erkennen. Dagegen gebe es auch positive Beispiele für Unternehmen, die trotz der Weltmarktkonkurrenz in Deutschland Arbeitsplätze schafften und sicherten, wie z. B. BMW in Bayern, aber auch Eurogate oder Airbus in Bremen.

 

Leidtragende seien nicht nur die betroffenen Arbeitnehmer, sondern auch die kleinen Handwerks- und Zulieferbetriebe sowie der gesamte Dienstleis-tungssektor in der Region. Es sei Zeit, dagegen in der Öffentlichkeit aufzu-treten. Die Demonstration des DGB Bremen am 1. März soll ein Auftakt sein für weitere Aktionen, die die Unternehmen an ihre soziale Verantwortung erinnern.

 

 

  • Zur Kundgebung um 16 Uhr auf dem Marktplatz werden neben ...

    • der Bremer DGB Vorsitzenden Helga Ziegert

    • Uwe Werner (DaimlerChrysler)

    • Holger Voigt (A+R Carton)

    • Siegbert Grotelüschen (Telekom)

    • Katrin Bartsch (Verbund der Evangelischen Kindertagesstätten)

    • Bernhard Sac
      und

    • Helmut Rehner (Kraft Foods)
      sowie

    • Inge Bogatzki (Gebäudereinigung)

      ... über geplante Betriebsschließungen und Arbeitsplatzabbau berichten.

  • Dass ein Bremer Betrieb auf die Globalisierung auch mit Neueinstellungen reagieren kann, berichtet Hans Driemel von Eurogate.

  • Dass sich Widerstand lohnt, zeigt Maren Bullermann am Beispiel Gewoba.

  • Die DGB Jugend will mit einer Aktion, in der auf dem Marktplatz vor der Handelskammer weiße Puppen als Leichen die vernichteten Arbeitsplätze symbolisieren, auf eine drohende Zukunft ohne Arbeit hinweisen.
 

 

Presseechos ...

Für Arbeitsplätze demonstriert

DGB hielt gestern Kundgebung ab

 

BREMEN (MSS). Sambatrommeln waren auch schon das Einzige, was bei der gestrigen Demonstration des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) so etwas wie Wärmegefühle aufstiegen ließ. Denn als die rund 1500 Demonstranten den Weg vom Hauptbahnhof zum Marktplatz zurückgelegt hatten, begann es erst zu hageln, dann zu schneien. Das Motto der Protestaktion gegen Arbeitsplatzabbau - "Das haben wir nicht verdient" - bekam da eine ganz unerwartete Bedeutung.

Helga Ziegert, DGB-Vorsitzende für Bremen, zeigte sich dennoch zufrieden mit der Veranstaltung. In ihrer Rede warf sie Konzernen wie DaimlerChrysler soziale Verantwortungslosigkeit vor: "Für die Manager sind wir Arbeitnehmer nur Kostenfaktoren." Kritik übte Ziegert auch am Bremer Verpackungshersteller Danapak, der Entlassungen angekündigt hatte: "Erst hat Danapak Fördermittel kassiert und gleich danach die Kündigungen verschickt." Edmund Mevissen vom Gesamtpersonalrat Bremen stimmte schließlich auf den heute beginnenden Streik im Öffentlichen Dienst ein: "Die Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden würde hunderte Arbeitsplätze kosten. Wir müssen uns wehren."

 

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Weser-Kurier Seite: 10 Datum: 02.03.2006

 


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