Gute Ausbildung trotz Krise - Wanderpokal der DGB-Jugend
MDEXX wird Ausbildungsbetrieb des Jahres 2009/2010
Zum 10. Mal hat die DGB-Jugend Bremen in diesem Jahr den Wanderpokal für den besten Ausbildungsbetrieb in Bremen und Bremerhaven verliehen.
Auszubildende aus über 100 Betrieben wurden schriftlich über ihre Ausbildungsbedingungen befragt: nach welchen Kriterien wurde eingestellt? Haben auch benachteiligte Jugendliche eine Chance? Hat sich in der Krise die Zahl der Auszubildenden verringert?
Aus allen Rückmeldungen gibt es einen Gewinner, der die Jury – Jugendliche aus dem DGB-Jugendplenum – überzeugte: der Ventilatoren- und Transformatorenbauer Mdexx.
Auf den ersten Blick verwundert die Wahl. Mdexx machte Ende 2009 Schlagzeilen, als 200 Kolleginnen und Kollegen über Nacht gekündigt wurde. Die Beschäftigten konnten die Kündigungswelle letztlich nicht verhindern. Aber der intensive, solidarische Arbeitskampf der Kolleginnen und Kollegen, die ihren Betrieb besetzten, um die Verlagerung der Produktion zu verhindern, beeindruckte über die Werksgrenzen hinaus.
Auch was die Jugend- und Auszubildendenvertretung für die Lehrlinge erkämpft hat, kann ein Vorbild für andere Betriebe sein:
Während die Belegschaft der 100%igen Siemenstochter insgesamt um die Hälfte reduziert wurde, hat sich die Zahl der Azubis im ersten Lehrjahr in den letzten beiden Jahren sogar von 4 auf 8 verdoppelt. Auch Benachteiligte haben eine Chance: in der Vergangenheit wurden 3 Leiharbeiter ohne Berufsabschluss in die Lehre übernommen. Aber nicht nur die Quantität hat sich erhöht. Stephan Hormann, ehemaliges JAV-Mitglied, ist besonders stolz auf die verbesserten Ausbildungsbedingungen: „Wir haben durchgesetzt, dass die Azubis jetzt während ihrer Lehre 3 Schweißscheine und einen Roboterbedienschein erhalten. Das bringt für den Arbeitsmarkt später enorm viel.“ Denn auf eine Übernahme können nicht alle Lehrlinge hoffen – hier schlägt die Krise dann doch zu Buche. Die Unternehmenspolitik des vergangenen Jahres geht natürlich nicht spurlos an den Azubis vorbei. „Viele identifizieren sich nicht mehr wie vorher mit dem Betrieb“, so Kirsten Dirks, die JAV-Vorsitzende. Dafür aber umso mehr mit ihrer JAV, die offensiv für die Auszubildenden eintritt. Es bleibt zu hoffen, dass das auch nach den Neuwahlen zur JAV ab Oktober der Fall sein wird.


