NPD Aufmarsch gestoppt!
Die Demonstration der NDP rund um die Göttinger Innenstadt am 29.Oktober konnte durch ein breites Bündnis verhindert werden. Rund 5000 TeilnehmerInnen demonstrierten friedliche gegen den Aufmarsch der Rechten. Die Polizei versuchte mit einem massiven Polizeiaufgebot von 3800 Polizisten und Polizistinnen die Marschroute der Rechten vorerst durchzusetzen. Entlang der geplanten Route der NPD, die das Oberverwaltungsgericht den Rechten am Mittwoch zugebilligt hatte, bauten Autonome an mindestens 30 Stellen Barrikaden. Müllcontainer, Baumaterial und andere Gegenstände wurden auf die Straße getragen und angezündet. Die Berufsfeuerwehr war 21 Mal im Einsatz. In der Weender Landstraße und am Kreuzbergring kam es zu Auseinandersetzungen. Steine, Eier und Wasserbeutel flogen in Richtung NPD und Polizei. Auch die schon anfangs auf Grund von ersten Ausschreitungen verkürzte Marschroute der NPD, konnte von der Polizei schließlich nicht mehr durchgesetzt werden. Die NPD Demo wurde abgebrochen. Die Rechten wurden schließlich von der Polizei zum Bahnhof eskortiert. Um 16:15h verließen die letzten von ihnen die Stadt!
Auch die DGB-Jugend Göttingen beteiligte sich wie viele andere GewerkschafterInnen aktiv an der Gegendemonstration. Die DGB Bundesjugendkonferenz hatte den Göttingerinnen und Göttingern bereits am Samstagmorgen ihre Solidarität und ihre Unterstützung ausgesprochen.
Pressemitteilung: Demo des Bündnisses gegen Rechts war ein Erfolg
Göttingen 31.10.2005
Das Bündnis gegen Rechts, das die friedlichen Proteste gegen den NPD Aufmarsch am 29.10.05 organisiert hat, zeigt sich zufrieden mit der großen Beteiligung an der Demonstration. "Wir hatten mit 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gerechnet, der tatsächliche Zuspruch hat uns überwältigt", erklärt Martin Gertenbach im Namen des Bündnisses. Zusammen mit den über 3600 gesammelten Unterschriften macht dies nach Ansicht des Bündnisses gegen Rechts deutlich, dass es in Göttingen einen breiten, weite Teile der Bevölkerung umfassenden antifaschistischen Grundkonsens gibt.
Bedauerlich ist aus Sicht des Bündnisses das Politik und Justiz in der Bundesrepublik es nicht schaffen, einen angemessenen Umgang mit der antidemokratischen, in der Tradition der NSdAP stehenden, NPD zu finden. "Der Artikel 139 des Grundgesetzes würde, wie in der Rede von Pfarrer Dr. Hans Christoph Stoodt am Samstag ausgeführt Handlungsmöglichkeiten bieten, die leider bisher nicht genutzt würden", erläutert Gertenbach die Sichtweise des Bündnisses.
Bedauerlich ist für das Bündnis, das es am Rande des NPD Aufzugs zu zum Teil gewalttätigen Auseinandersetzungen kam. Gertenbach hierzu: "Leider hat die Polizei den NPD Aufmarsch nicht allein aufgrund der friedlichen Proteste abgebrochen. Wäre dies geschehen, wäre uns allen am Samstag viel erspart geblieben. Froh sind wir aber darüber, dass trotz der angespannten Lage von Seiten der Polizei besonnen reagiert wurde und so größere gewaltsame Auseinandersetzungen und Straßenschlachten vermieden werden konnten."
In Bezug auf Forderungen an die Bündnisorganisationen, sich von "kriminellen Aktionen" zu distanzieren, wie sie z. B. Herr Noack von der CDU erhebt, erwidert Gertenbach, dass der Protest des Bündnisses zu jeder Zeit friedlich gewesen ist. Unaufrichtig findet Gertenbach die Haltung von Herrn Noack und seiner Partei, da diese im Vorfeld nichts unternommen hätten, um den Aufmarsch der NPD zu verhindern und da sie am 29.10. selbst nicht den friedlichen Protest mitgetragen haben.
Pressemitteilung des Bündnisses gegen Rechts: Friedlicher und entschiedener Protest gegen die NPD geplant!
Göttingen 28.10.2005
Wie bereits in der Presse angekündigt plant das Bündnis gegen Rechts für den 29.10 eine Demonstration und ein Frühstück gegen Rechts aus Anlass des Aufmarsch der NPD in Göttingen. Das Frühstück gegen Rechts beginnt um 09.00 Uhr auf der Grünfläche vor dem Stadtwall zwischen Goetheallee und Groner Tor Straße. Um 11.00 Uhr startet die Demonstration am Platz der Synagoge vor dem Gewerkschaftshaus. Der Demonstrationszug führt über die Untere Masch, die Goetheallee, die Berliner Straße und die Groner Tor Straße zum Alten Rathaus. Dort wird es eine Zwischenkundgebung geben bei der VertreterInnen der im Bündnis vertretenen Parteien sprechen werden. Vom Alten Rathaus aus geht es weiter zum Weender Tor und von dort über die Reitstallstraße zurück zum Platz der Synagoge, wo die Abschlusskundgebung mit Rede- und Kulturbeiträgen stattfinden wird. Redner dort sind u.a. der Antifaschist und Widerstandskämpfer Peter Gingold und Pfarrer Dr. Hans-Christoph Stoodt von der Katharinengemeinde in Frankfurt a.M. Das Bündnis gegen Rechts ruft alle Menschen in Göttingen und der Region auf, sich an diesem Aktivitäten zu beteiligen, um deutlich zu machen, dass für die NPD und für andere Nazis kein Platz in dieser Stadt ist.












