Ausbildungsreport Niedersachsen - Bremen 2016

Eine gute Ausbildung ist die Grundlage für einen erfolgreichen Start ins Arbeitsleben. Wer gut ausgebildet ist, kann besser an unserer Gesellschaft teilhaben und ist stärker vor Erwerbslosigkeit oder Altersarmut geschützt.

Nur wenn die duale Ausbildung attraktiv ist, wird sie von jungen Menschen als Perspektive angesehen. Doch die Quote derjenigen Betriebe, die überhaupt noch ausbilden, ist seit Jahren im Sinkflug. In Niedersachsen und Bremen kamen im Jahr 2015 auf 100 Interessierte lediglich 88 bzw. 93 Ausbildungsplätze. So werden nach wie vor zu viele Jugendliche abgehängt. Über 42.000 von ihnen landeten im sogenannten »Übergangssystem« und konnten keine berufsqualifizierende Ausbildung beginnen.

 

Die vorliegende Studie der DGB-Jugend für Niedersachsen und Bremen liefert eine aktuelle Bestandsaufnahme und nimmt die Qualität der dualen Berufsausbildung in den Blick.

 

Der Report basiert auf den Angaben von 1.635 Auszubildenden aus 16 der 25 meist gewählten Ausbildungsberufe in Niedersachsen und Bremen. Die Befragung erfolgte schriftlich im Rahmen der Berufsschularbeit der DGB-Jugend. Da der Arbeits- und Ausbildungsmarkt beider Bundesländer stark miteinander verschränkt ist und es große Bewegungen von Pendler_innen gibt, wurde ein gemeinsamer Report erstellt. Befragt wurden Auszubildende aus allen Ausbildungsjahren und aus Betrieben unterschiedlicher Größe.

 

Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Überstunden, ausbildungsfremde Tätigkeiten und psychische Belastungen sind für zahlreiche Auszubildende bittere Realität. Die Klagen vieler Arbeitgeber über angeblich fehlende Fachkräfte fallen so auf sie selbst zurück. In zu vielen Bereichen ist die Ausbildungsqualität schlichtweg nicht ausreichend – das belegen vor allem die Ergebnisse des diesjährigen Branchenschwerpunkts im Hotel- und Gaststättengewerbe. Insgesamt lassen zu viele Betriebe die von Arbeitgeberseite gern ins Feld geführte »Ausbildungsreife« selbst vermissen.

 

Wir benötigen mehr qualifizierte Ausbildungsplätze und die verlässliche Umsetzung der Ausbildungsgarantie. Auf Bundesebene ist eine Überarbeitung des Berufsbildungsgesetzes im Sinne der Jugendlichen dringend geboten. Die bestehenden gesetzlichen Regelungen sind offensichtlich nicht ausreichend.

 

Die duale Berufsausbildung muss gestärkt werden, um auch zukünftig Garant für Zukunftsperspektiven und ökonomischen Erfolg zu sein. Die Politik ist hier ebenso gefordert wie die Wirtschaft.

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