Ausstellung „Jugend im KZ“ „Wir hatten noch gar nicht angefangen zu leben“

vom 05.12.2005 bis 23.12.2005 im Gewerkschaftshaus am Bahnhof Bahnhofsplatz 22 – 28

Eintritt ist frei

„Spezielle KZ nur für Jugendliche? Das habe ich ja noch nie gehört!“

Das ist eine verständliche Reaktion bei Jung und Alt. Und doch hat es diese Lager gegeben, die noch vor wenigen Jahren zu den vergessenen NS-Terrorstätten zählten. Polizei und SS errichteten solche Lager in Moringen bei Göttingen ( 1940 – 1945 ) und in der Nähe von Fürstenberg/Uckermarck (1942–1945). Aufgrund politischer, religiöser, rassischer und vor allem sozialer Verfolgung wurden Mädchen in Uckermarck und Jungen in Moringen als sogenannte „Gemeinschaftsfremde“ inhaftiert. Im Alter von 10 – 25 Jahren waren nahezu 3.000 Kinder und Jugendliche aus ihren Lebenszusammenhängen gerissen und dem SS-Terror, der kriminalbiologischen Selektion und der Zwangsarbeit ausgesetzt. Sie kamen aus allen Teilen des Reiches und aus den von deutschen Truppen überfallenen Ländern.

 

Die Ausstellung

„Wir hatten noch gar nicht angefangen zu leben“ ist als Wanderausstellung konzipiert und wird seit 1993 im gesamten Bundesgebiet und in Österreich gezeigt. Bei den Präsentationen bis zum Dezember 2004 wurden in über 180 Städten insgesamt über 300.000 Besucherinnen und Besucher gezählt.

Mit der Ausstellung sollen vor allem auch Jugendliche angesprochen und erreicht werden. Eingebettet in die große Geschichte wird auf 32 Tafeln das Erleben und Leiden der Mädchen und Jungen in den Jugend-KZ durch Fotos, Dokumente und Texte nachgezeichnet. Nach dem Krieg gehörten beide Lager zu den verschwiegenen Kapiteln in der Öffentlichkeit. Die Ausstellung zeichnet das Vergessen und Verdrängen nach.

 

Die Ausstellung ist in 5 Abschnitte gegliedert:

  1. Jugend im Nationalsozialismus
    Überblick über die Bedingungen Jugendlicher im KZ
  2. Einrichtung und Scheinlegitimierung
    Entstehungsgeschichte der Jugend-KZ
  3. Der Weg ins Jugend-KZ
    Biografische Skizzen zu einzelnen Häftlingen
  4. Der Lageralltag
    Haftbedingungen, verwalteter Terror Arbeits- und Strafsystem
  5. 1945 bis heute – Jahrzehnte des Verdrängens
    Das „Vergessen“ und die Konsequenzen für Opfer und Täter

 

Rahmenprogramm

5.12.05:

Eröffnungsveranstaltung mit

  • Martin Guse (Initiator der Ausstellung)
  • Helga Ziegert (DGB)
  • Elvirah Noah (Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Bremen)
  • Staatsrat Knigge
  • und musikalischer Begleitung

6.12.05:

Zeitzeugenabend

Helmut Becker, Zeitzeuge, berichtet über seine Inhaftierung im Jugend-KZ Moringen

 

13.12.05:

Tanzabend mit Swingmusik

Günther Discher, NDR-Moderator und „ältester DJ Deutschlands“ spielt Swingklassiker der 30er und 40er.

 

20.12.05:

Kinoabend mit „Swingkids“

Ein Film zur Kulturbewegung der Swingkids; FSK ab 12

 

Alle Veranstaltungen ab 18:00 Uhr

 

 

Ihr Ansprechpartner:

ver.di Bezirk Land Bremen

Wolfgang Evers: 0421 - 3301 - 152

 

 

Mit freundlicher Unterstützung von:

psd Bank und VPV Versicherung

 

Pressestimmen

„Eine in ihrer Wirkung sehr ergreifende Ausstellung“

Märkischer Bote

 

„Die verdeutlichten Lebenswege bleiben aktuell, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Opfer in einer Zeit, wo man bereits wieder das Fremde in Asylanten und Gastarbeitern klassifiziert, noch unter uns leben“

Cottbuser Journal

 

„Der Besuch der Ausstellung hinterließ bei den Mädchen und Jungen der 10c tiefe Eindrücke“

Oder-Zeitung Wismar

 

„Die Biografien der jugendlichen KZHäftlinge aus Moringen und der Uckermarck wirken grausam aktuell. ... Ein Lehrstück für die Gegenwart“

Frankfurter Rundschau

 

 

Der Flyer

Dateien:
Jugend_im_KZ.pdf
Bremen

 

Anschlag

Dresden Nazifrei

Im Februar 2012 wollen in Dresden alte und neue Nazis zu einem "nationalen...

 
 


Pinnwand

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