Aufruf zur Demo am 17.06.2009 in Göttingen
Die DGB-Jugend Südniedersachsen-Harz ruft dazu auf, sich an der großen Bildungsstreikdemo am Mittwoch, den 17.06.09, in Göttingen zu beteiligen. Die Demo wird von SchülerInnen, Studierenden, Gewerkschaften, Azubis, Eltern und LehrerInnen organisiert.
Bildung betrifft alle, von der Kita bis zum Seniorenheim. Bildung ist ein Menschenrecht und muss kostenfrei zugänglich sein. In Niedersachsen ist dies leider nicht der Fall. Herkunft und Geldbeutel bestimmen darüber, wer sich gute Bildung leisten kann. Viele Kinder und Jugendliche machen bereits früh die bittere Erfahrung, Menschen 2. Klasse zu sein. Sie werden als Haupt- oder FörderschülerInnen ausgegrenzt oder ihnen wird mangelnde Ausbildungsreife unterstellt.
Der Leistungs- und Konkurrenzdruck auf SchülerInnen, Azubis und Studierende wächst ins Unermessliche. Sie leiden unter zu großen Klassen, fehlenden Ausbildungsplätzen und dem verschulten Bachelor-/ Mastersystem an den Universitäten.
"Durch unsere Seminare kommen wir jährlich mit über 1000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus der Region Südniedersachsen zusammen. Von ihnen kennen wir die Probleme. Vielen setzt die desolate Bildungs- und Ausbildungssituation sehr zu. Auch den Beschäftigten in Schulen, Kindertagesstätten und Universitäten geht es nicht anders", so Ulrike Schilling, Jugendbildungsreferentin des DGB in Göttingen. "Deshalb hoffe ich, dass viele Menschen am Mittwoch ihre Wut und Enttäuschung über die verfehlte Bildungspolitik der Landesregierung auf die Straße tragen und sich gemeinsam wehren."
Die Demo ist Teil einer Bildungsstreikwoche vom 15. bis 19. Juni. Sie findet am Mittwoch, 17. Juni 09, statt und startet an der IGS, Schulweg 22, an der KGS, Kurt-Huber-Weg 1-5, jeweils um 10 Uhr und am Campus, Platz der Göttinger Sieben, um 11 Uhr. Die Demozüge treffen sich um 11.30 Uhr am Nabel.
Pressemeldung:
Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut!
Bei strahlendem Sonnenschein protestierten am Mittwoch, den 17.06.09 ca. 8000 SchülerInnen, Azubis, Studierende, Eltern, Gewerkschaften und Beschäftigte gegen die verfehlte Bildungspolitik der Landesregierung. Die SchülerInnen forderten unter anderem „Reiche Eltern für alle“ sowie die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems, welches insbesondere arme und migrantische Jugendliche ausgrenzt. Auch Roma-Jugendliche waren mit einem eigenen Redebeitrag vertreten und wiesen auf ihre besonders ungeschützte Lebens- und Lernsituation hin. Die Kritik der Studierenden betraf vor allem die Studiengebühren sowie die Bachelor/ Masterreform, die ein fundiertes und intensives Studium verhindert. Azubis und Beschäftigte wiederum stritten für bessere Arbeitsbedingungen, das Recht auf einen guten Ausbildungsplatz und Übernahmegarantien nach der Ausbildung. Auch die Kindertagesstätten waren an der Demonstration beteiligt und so bereicherten Kinder den Demozug mit Schildern, auf denen „Weniger Lärm im Kindergarten“ stand.
„Die Demo war ein Riesenerfolg, nicht nur wegen der enormen Beteiligung, sondern auch weil die verschiedenen Gruppen nicht nur nebeneinander hergelaufen sind, sondern miteinander Forderungen gestellt haben,“ so Ulrike Schilling, Jugendbildungsreferentin des DGB in Göttingen.
Die große bundesweite Teilnahme an den Demonstrationen zum Bildungstreik zeigt, dass immer mehr Menschen bereit sind, sich gegen ein unsoziales Bildungssystem zur Wehr zu setzen. Nicht nur in Göttingen und Südniedersachsen wird der Kampf für selbstbestimmtes Leben und Lernen weitergehen.

