Wir wollen gucken was es mit dieser relativ jungen Strömung innerhalb der extremen Rechten auf sich hat. Was sind AN? Wie treten sie auf? Und sind sie auch in Bezug auf ihre Inhalte eine neue Form der Neonazis? Jene und viele weitere Fragen wollen wir zusammen mit dem Refetenten des „Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrums Berlin e.v. (apabiz) bei dieser Veranstaltung klären.
um 19:00 Uhr, KUBA-Halle, Lindener Str. 15, Wolfenbüttel
Neue Nazis - Alte Ziele
-Neonazistische Aktivitäten in Wolfenbüttel
Seit geraumer Zeit kommt es in Wolfenbüttel und der dörflichen Umgebung wieder zu Naziaktivitäten. Als Andreas Molau kürzlich von fast allen seiner NPD-Mandate zurückgetreten ist, sind es neben der seitdem eher inaktiven NPD vor allem die sog. „Autonomen Nationalisten Wolfenbüttel/Salzgitter“ (ANWF/SZ), die sich vor Ort in Szene rücken. Im Stadtbild ist dies nicht zuletzt in Form von geschmierten Parolen und zahlreichen Aufklebern bemerkbar, deren antisemitische, rassistische und nationalistische Inhalte sich nicht von der üblichen Neonazi-Hetze unterscheiden.
Nach einer gezielten Aktion, aus dem Umfeld der „Autonomen Nationalisten“ (im Folgenden AN genannt) in der Nacht zum 23. April 2009 gegen das Gewerkschaftshaus Wolfenbüttel, bei dem der gesamte Rosenwall und das Gebäude selber mit etwa 100 neonazistischen Plakaten und Aufklebern verschmutzt wurde, gelangte diese Thematik auch endlich einmal in die regionale Presse. Sonst scheint den wenigsten aufzufallen, dass in Wolfenbüttel und Region mittlerweile feste Neonazi-Strukturen existieren. Das liegt nicht zuletzt daran, dass besonders die AN fast überhaupt nicht mehr als Neonazis auszumachen sind. Nicht nur der führende Neonazi-Kader Axel Reitz aus Köln sieht darin Vorteile und schreibt in einer Erklärung: „Mittels dieses Auftretens besteht die Möglichkeit, sozusagen unerkannt, da dem bekannten Bild des ‚Faschisten‘ entgegen laufend, in die bisher von gegnerischen Lagern beherrschten Gebiete vorzudringen, politisch und kulturell“. Die AN-WF/SZ sehen das ähnlich. So schreiben sie in ihrem Selbstverständnis: „Auf was für Klamotten du stehst oder wie du deine Haare gern trägst, ist für den politischen Kampf nicht von Bedeutung. Wichtig ist, das du die Notwendigkeit des Handeln erkannt hast und in einem nationalen Sozialismus mehr siehst, als die etablierten Politiker.“
Gerade diese Strategie der Neonazis zeigt, wie wichtig es ist über ihre Strukturen, Aktionen und Inhalte zu informieren. Denn wenn Neonazis im öffentlichen Raum nicht als solche wahrgenommen werden, entsteht schnell der Eindruck, es gäbe gar keine. Dass dies nicht der Fall ist, zeigt unter anderen der Angriff von mehreren Neonazis auf eine Gruppe von Reportern, im Zuge der „KdF Museumsvereins“-Gründung am 4. Juli in Wolfsburg. Auch hier waren Neonazis aus Wolfenbüttel beteiligt.
Deshalb wollen wir mit zwei Veranstaltungen in Wolfenbüttel über regionale Neonazi-Strukturen und die „Autonomen Nationalisten“ informieren.
Eine Aktion von:
Bündnis gegen Rechtsextremismus Wolfenbüttel, DGB Jugend und DGB Region SüdOstNiedersachsen, Jugend-Antifa Wolfenbüttel [JAW], MC Kuhle Wampe
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Mitglieder und Sympathisanten rechtsextremer Parteien oder Gruppierungen, Personen, die der die rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische und antisemitische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von der Veranstaltung auszuschließen