Wiederaufbau (1945 - 1949)
Deutschland unter Besatzungsherrschaft
Die politische Neuordnung
Gewerkschaftlicher Neuaufbau
Zwischen Einheit und Spaltung
Deutschland unter Besatzungsherrschaft
Anders als 1918 beließen es die Siegermächte 1945 nicht bei einem Waffenstillstand. Deutschland wurde bis zur bedingungslosen Kapitulation militärisch niedergerungen und in vier Besatzungszonen aufgeteilt, in denen Militäradministrationen der Siegermächte die Regierungsgewalt übernahmen. Über die Frage, was künftig mit dem Land geschehen solle, gab es sehr unterschiedliche Vorstellungen, aber kaum konkrete, einheitliche Planungen. Die Alliierten erklärten auf der Potsdamer Konferenz im August 1945, es zunächst als wirtschaftliche Einheit betrachten zu wollen, es zu entnazifizieren und sein militärisch-industrielles Potential abzubauen.

- 1945 - Bereits einen Monat nach Kriegsende informiert das Flugblatt über die Gründung der freien Gewerkschaften in Hamburg und damit zusammenhängende allgemeine Organisationsfragen.
Die Sowjetunion war an einer gesamtdeutschen Reparationspolitik interessiert, die ihr Zugriff auf das rheinisch-westfälische Industriepotential gegeben hätte, konnte sich gegenüber den Westalliierten damit jedoch nicht durchsetzen. Die verwiesen sie darauf, Reparationsansprüche aus ihrer eigenen Besatzungszone zu befriedigen. Während im Westen auch eingedenk der Erfahrungen nach dem Ersten Weltkrieg solche Ansprüche zurückgestellt wurden, wollte die Sowjetunion darauf nicht verzichten. Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) übernahm 1946 rund 200 deutsche Unternehmen als Sowjetische Aktiengesellschaften (SAG), durchweg die Filetstücke der ostdeutschen Industrie. In mehreren Wellen wurden sie der DDR bis 1953 zurückgegeben, mit Ausnahme des Uranbergbaus, an dem aus strategischen Gründen festgehalten wurde. Die Tatsache, dass die Sowjetunion am meisten unter dem Krieg und dem Naziterror zu leiden hatte, macht ihre Restitutionsansprüche durchaus verständlich. Andererseits war das für die Bürger der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und später der DDR eine schwere wirtschaftliche Bürde, die sie stellvertretend für alle Deutschen zu tragen hatten.
Die anfangs relativ einvernehmlich ausgeübte Militärverwaltung endete 1946/47. Mit dem Marshallplan legten die USA 1947 ein Programm zur wirtschaftlichen Sanierung Europas auf, in das einbezogen werden konnte, wer sich zur Einhaltung demokratischer Regeln verpflichtete. Die sowjetische Führung verstand das als Kampfansage und Abkehr von einer gemeinsamen Politik in Europa.
Die politische Neuordnung
Die Parteienlandschaft im besetzten Deutschland knüpfte zum Teil an ältere Traditionen an, es entstanden aber auch neue Parteien. Wesentliche Unterschiede zwischen den Besatzungszonen gab es dabei zunächst nicht. Die NSDAP samt aller Untergliederungen wurde verboten, demokratische Parteien wurden neu oder wieder zugelassen. Viele Sozialdemokraten waren 1945 der Auffassung, dass die politische Spaltung der Weimarer Arbeiterbewegung in einen sozialistischen und einen kommunistischen Flügel den Aufstieg der Nazis mit begünstigt habe. Sie forderten deshalb die Vereinigung von SPD und KPD zu einer einheitlichen Arbeiterpartei. Die KPD-Führung unter Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht wollte aber erst die eigene Partei politisch stabilisieren, fürchtete sie doch, bei einer zu frühen organisatorischen Verschmelzung in der neuen Partei in der Masse sozialdemokratischer Mitglieder unterzugehen.

- 1947 - Mit Genehmigung der britischen Militärregierung konnten 1946 erstmals nach dem Krieg Maifeiern stattfinden. Die von 1947 wurden regional unterschiedlich mit eigenen Plakaten und Losungen durch überparteiliche Aktionsausschüsse abgehalten.
Anfang 1946 änderte sich die Lage. Die Kommunisten hatten bei den Wahlen in anderen osteuropäischen "Volksdemokratien" sehr schlecht abgeschnitten. Den Sowjets schwante ähnliches für die bereits angesetzten Wahlen in der SBZ, sie forcierten deshalb den Einigungsprozess in ihrer Besatzungszone. Die anfängliche Euphorie dafür war aber bei vielen Sozialdemokraten inzwischen verflogen. Durch Einflussnahme auf die Zusammensetzung von Delegiertenlisten und durch die Verhaftung oppositioneller Sozialdemokraten erzwang die SMAD im Ostteil Berlins und der übrigen SBZ die nötigen Mehrheitsverhältnisse. Unter diesen Umständen vereinigten sich im April 1946 KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) unter den Vorsitzenden Wilhelm Pieck (KPD) und Otto Grotewohl (SPD).
Auch in den Westzonen kam es bald zu Neu- oder Wiedergründungen politischer Parteien, die sich jedoch, abgesehen von der KPD, bewußt von ihren ostzonalen "Schwestern" abgrenzten. In der SPD konnte sich Kurt Schumacher durchsetzen, der erfolgreich alle Bestrebungen des Zusammengehens mit den Kommunisten im Westen unterdrückte.

- 1947 - Die Gewerkschaften wollen in den Länderverfassungen weitgehende Betriebsratskompetenzen verankern, wie hier beim Sondervolksentscheid 1947 in Bremen.
Die rechte Seite und die Mitte des Parteienspektrums formierten sich im Unterschied zur Linken völlig neu. National-liberale und Liberale schlossen sich zur Freien Demokratischen Partei (FDP) zusammen. Zwar gab es vereinzelte Versuche, die Zentrumspartei wieder zu beleben. Als erfolgreicher erwies sich jedoch das Vorhaben, genau wie in der SBZ die christlich-sozialen, konservativ-liberalen und nationalkonservativen Strömungen zur CDU, in Bayern zur CSU, zusammenzuschließen. Als Erfolgsrezept für ihren späteren Aufstieg erwies sich die beiden großen Konfessionen, aber auch verschiedene soziale Schichten integrierende Konzeption der Unionsparteien.
Ähnlich wie in der SPD konnte auch in der CDU rasch eine überragende Persönlichkeit die Führung beanspruchen. Konrad Adenauer, der ehemalige Kölner Oberbürgermeister, vermochte sich nicht nur gegenüber seinen innerparteilichen Widersachern, sondern in den ersten Bundestagswahlen auch gegenüber seinem Konkurrenten Schumacher und dessen schon siegesgewisser SPD durchzusetzen. Sein Erfolgsprogramm für (West-) Deutschland beruhte auf folgenden Prämissen: der konsequenten Westbindung und der Wiedergewinnung außenpolitischer Handlungsspielräume, sowie dem Aufbau einer bürgerlich-parlamentarisch verfaßten Marktwirtschaft, die Adenauer und sein Wirtschaftsminister und Nachfolger Ludwig Erhard mit der Formel der "sozialen Marktwirtschaft" legitimierten.

- 1947 - An der Debatte um die neue Verfassung beteiligen sich die Gewerkschaften ("Mitglieder aus allen Parteien und allen religiösen Bekenntnissen") mit Forderungen zur Demokratisierung der Wirtschaft.
Gewerkschaftlicher Neuaufbau
Beim Aufbau gewerkschaftlicher Organisationen gab es einige Gemeinsamkeiten, aber auch wesentliche Unterschiede zwischen den Besatzungszonen. Konsens herrschte über die Errichtung von Einheitsgewerkschaften. Die politische Zersplitterung in Richtungsverbände sollte der Vergangenheit angehören. Die Gewerkschaften bekannten sich zur parteipolitischen Unabhängigkeit, wiesen Forderungen nach politischer Neutralität jedoch ab. Sie sollten außerdem nach dem Industrieverbandsprinzip -"Ein Betrieb - Eine Gewerkschaft"- organisiert werden. Damit schien endgültig durchgesetzt, was die Metall- und Holzarbeiter bereits 1892 in Halberstadt gefordert hatten. Zu einer abweichenden Sonderentwicklung kam es später im DGB. Weil über die selbständige Existenz einer DGB-Angestelltengewerkschaft keine Übereinkunft erzielt werden konnte, scherte die Deutsche Angestelltengewerkschaft (DAG) 1949 aus dem Prozess der DGB-Gründung aus. Da die DAG und auch Teile der Beamtenschaft auf ihren Sonderinteressen beharrten, konnte das Industriegewerkschaftsprinzip nicht vollständig durchgesetzt werden.

- 1947 - Das Motto "Jeder Gewerkschafter sei auch Mitglied der Konsumgenossenschaften" unterstreicht das hohe Maß an Übereinstimmung zwischen Gewerkschaften und Konsumgenossenschaften, deren Neuaufbau nach dem Krieg notwendig wird.
Im Unterschied zu den Westalliierten förderte die SMAD einen zentralistischen Organisationsaufbau. So unterstützte sie die Berliner Initiative zur Gründung eines Dachverbandes, noch bevor überhaupt Industriegewerkschaften existierten. Im Vergleich zu ihren westlichen "Schwesterorganisationen" waren sie keine autonomen Verbände, sondern Branchenfilialen des FDGB, der über ihre Gründung, Zusammenlegung oder Auflösung, über ihre Finanzierung und die Personalpolitik entschied.
Als sich 1947 die internationale Lage änderte und die Zeit des Kalten Kriegs begann, verstärkten die Siegermächte die Integration ihrer jeweiligen Besatzungszone in den eigenen Machtbereich. Für die SBZ bedeutete das eine Abkehr vom bisherigen demokratisch-parlamentarischen Kurs. Die bürgerlichen Parteien wurden der SED untergeordnete Blockparteien und das Wahlsystem wurde so manipuliert, dass die Ergebnisse bereits vor den Wahlen feststanden. Die SED-Führung verstärkte den Druck auf ehemalige Sozialdemokraten, die in Opposition zu dieser Entwicklung standen. Tausende von ihnen wurden zwischen 1947 und 1950 kaltgestellt, aus der Partei ausgeschlossen oder gar verhaftet. Die gleichgewichtige Besetzung der SED-Vorstände mit ehemaligen SPD- und KPD-Mitgliedern wurde aufgegeben.
Diese Entwicklung hatte eine kaum zu überschätzende Bedeutung für Gewerkschaften und Betriebsräte in der SBZ. In der sowjetischen Gewerkschaftspolitik unter Lenin und Stalin herrschte offiziell Interessenübereinstimmung zwischen Arbeitern und industriellem Leitungspersonal und daher kein Bedarf an Interessenvertretung. Die Gewerkschaften hatten als "Transmissionsriemen" (Lenin) staatliche Vorgaben zu exekutieren, vor allem auf die Erhöhung von Produktion und Produktivität hinzuwirken. Betriebsräte, in der Sowjetunion unbekannt, waren für permanente Mehrarbeitsappelle nicht die geeigneten Organe, deshalb wurde auf der Bitterfelder Konferenz des FDGB 1948 beschlossen, sie aufzulösen und an ihre Stelle betriebliche Gewerkschaftsleitungen treten zu lassen.

- 1948 - Aufruf des badischen Gewerkschaftsbundes an die "werktätige Jugend", sich in den Gewerkschaften zu organisieren.
Im Westen Deutschlands dauerte der gewerkschaftliche Gründungsprozess länger. Die Besatzungsmächte verzögerten die Entwicklung, indem sie den Gewerkschaften einen Aufbau von unten nach oben abverlangten. Zuerst sollten sie sich auf Ortsebene, dann in den Ländern und schließlich zonenweit organisieren. Ähnlich wie in der östlichen Zone war auch in den westlichen Zonen die gewerkschaftliche Arbeit während der unmittelbaren Nachkriegszeit viel stärker von den unmittelbaren Alltagssorgen der Menschen geprägt, als von der großen Politik. Sofern politische Fragen eine Rolle spielten, beschränkte die sich zumeist auf die Entnazifizierung der Betriebe. Im Mittelpunkt stand der Wiederaufbau der Wirtschaft, die Beseitigung der Trümmer und die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs. Noch 1947/48 war die Versorgungslage derart prekär, dass es zu zahlreichen Aktionen, schließlich im November 1948 sogar zum Generalstreik in den westlichen Besatzungszonen kam. Neun Millionen Arbeiter und Angestellte protestierten gegen die Preissteigerungen bei gleichzeitigem Lohnstopp, den die Besatzungsmächte angeordnet hatten.

- 1948 - 24stündiger Streik am 12.11.1948 in den Vereinten Zonen. Von 11,7 Millionen Arbeitnehmern streiken 9,25 Millionen, unter anderem gegen den Lohnstopp bei gleichzeitiger Preisfreigabe und einseitiger Bevorzugung der Sachwertbesitzer.
Erst nachdem sich die Westzonen im April 1949 zur sogenannten "Trizone" zusammengeschlossen hatten und die Gründung der Bundesrepublik vorbereitet war, konnten die Gewerkschaften ihren Dachverband für ganz Westdeutschland gründen. Der DGB sollte jedoch nur ein schwacher Dachverband 16 autonomer Einzelgewerkschaften werden, erhielten doch die Gewerkschaften die Finanz- und Tarifautonomie. Das hatte verschiedene Gründe, vor allem lohnte es sich für die tonangebende westliche Besatzungsmacht USA, die Gewerkschaften auszubremsen. Deren Vorstellungen von einer Neuordnung der deutschen Wirtschaft, insbesondere von der Überführung der "Schlüsselindustrien" in Gemeineigentum, von staatlicher Planung und Mitbestimmung, wie sie in verschiedenen Erklärungen und dann ja auch in den wirtschafts- und sozialpolitischen Grundsätzen von 1949 veröffentlicht wurden, teilten die US-Amerikaner nicht.
Dabei standen die Gewerkschaften mit ihren Forderungen nicht allein. Viele Deutsche, auch in den großen Parteien SPD und CDU, waren 1945 der Meinung, dass es zu einer wirtschaftlichen Neuordnung kommen müsse. Volksabstimmungen in Sachsen und Hessen hatten jeweils große Mehrheiten für die Sozialisierung der Industrie gebracht. Während das Votum der Sachsen (77,6 Prozent) mit Rückendeckung der sowjetischen Besatzungsmacht auch in den anderen Ländern der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) umgesetzt wurde, suspendierte die US-amerikanische Besatzungsmacht das hessische Votum (71 Prozent) mit dem Hinweis, derart weitreichende Entscheidungen müssten einem künftigen gesamtdeutschen Parlament vorbehalten bleiben. Im "Ahlener Programm" der CDU hieß es noch 1947: "Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden." Die CDU forderte deshalb unter anderem die Verstaatlichung des Bergbaus.
Die westlichen Alliierten hofften darauf, dass die politischen Verhältnisse in Deutschland bis zur Wahl eines solchen Parlaments, wenn es dazu denn überhaupt kommen sollte, Sozialisierungen nicht mehr gestatten würden. Die Gewerkschaften nahmen umgekehrt an, dass die politischen Mehrheitsverhältnisse nach der Wahl eines Parlaments ihnen die Durchsetzung ihrer Forderungen gestatten würde, zumal ihre Sozialisierungsforderungen nicht auf die Errichtung einer Zentralverwaltungswirtschaft nach sowjetischem Muster abzielten. So sprach Hans Böckler bewußt von "Vergesellschaftung", nicht von "Verstaatlichung". Ihm ging es auch nicht um die gesamte Wirtschaft. Nicht der Tante-Emma-Laden oder die Strumpffabrik sollten enteignet werden, sondern die Schlüsselindustrien, vor allem Kohle und Stahl. Denn mit deren Mitteln, so Böckler auf dem DGB-Gründungskongress, sei die erste deutsche Republik, ein demokratisches Staatsgefüge, zerstört worden. Eine Wiederholung gelte es für alle Zeiten auszuschließen.
Der Ausgang der Bundestagswahlen von 1949 ließ jedoch keinen Zweifel darüber, dass die Gewerkschaften ihren Platz im Rahmen einer privatwirtschaftlichen Ordnung finden mussten, was ihnen programmatisch noch schwerfiel, in der praktischen Politik jedoch recht schnell gelingen sollte. Mit dem Grundgesetz hatte die Bundesrepublik sich eine demokratische Verfassung gegeben, die in Artikel 14 das Privateigentum garantiert, dessen Gebrauch allerdings an die Beachtung des Gemeinwohls knüpft, wobei Artikel 15 Sozialisierungsmöglichkeiten offenlässt. Soziale Rechte sind im Grundgesetz eher sparsam verankert, ein Recht auf Arbeit, wie es viele Gewerkschafter forderten, fehlt. In Artikel 9 ist das Koalitionsrecht verankert. Die Artikel 20 und 28 verpflichten den Staat auf die Beachtung sozialer Rechtsgrundsätze und Artikel 47 legt die Zuständigkeit des Bundes für gesetzgeberische Initiativen im Bereich des Sozialrechts fest.
Zwischen Einheit und Spaltung
Während beim politischen Neuaufbau in den Besatzungszonen der Alliierten schon bald nach 1945 die Spaltung Deutschlands in einen westlichen und einen östlichen Teil sichtbar wurde, bildeten die Gewerkschaften noch für einige Jahre eine Klammer. Mit ihren Interzonenkonferenzen gaben sie der Hoffnung auf einen gesamtdeutschen Entwicklungspfad Ausdruck, zumal es in den Grundprinzipien ihres Aufbaus in Ost und West einige Gemeinsamkeiten gab. Die unselige Aufspaltung in Richtungsgewerkschaften wurde durch die Einheitsgewerkschaft überwunden. Mit dem Industrieverbandsprinzip konnte eine moderne Organisationsform beinahe flächendeckend eingeführt werden.
Spätestens 1948 waren infolge des Kalten Krieges alle Hoffnungen auf eine gemeinsame deutsche Entwicklung zerstoben. Die Besatzungsmächte bezogen "ihren" Teil Deutschlands fest in ihren Machtbereich ein und versuchten, in unterschiedlicher Intensität, ihre eigenen gesellschaftspolitischen Vorstellungen beim Aufbau eines west- und eines ostdeutschen Staates durchzusetzen. Der FDGB hing an der kurzen Leine der Partei. Die Sozialisierungsforderungen wurden zwar erfüllt, aber nicht im Sinne einer wirklichen Demokratisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Umgekehrt wurden in den westlichen Besatzungszonen die Forderungen nach Verstaatlichung oder Vergesellschaftung von den Besatzungsmächten abgeblockt. Die Gewerkschaften erhielten das Angebot, als Interessenvertretung der Arbeitnehmer im Rahmen einer parlamentarischen Demokratie westlichen Musters auf der Basis einer privatwirtschaftlichen Ordnung zu wirken, was weit hinter ihren Vorstellungen zurückblieb und zunächst viele Mitglieder enttäuschte.
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Herausgeber: DGB-Bundesvorstand
Autor: Ralf Engeln
Redaktion: Bernhard Schulz, Klaus W. West
Bildnachweis: Archiv für Kunst und Geschichte, bildarchiv preussischer kulturbesitz, DGB-Archiv, dpa, Ullstein Bilderdienst

